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Zum Ende der Seite springen 90 Jahre Rundfunk in Deutschland
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Text 90 Jahre Rundfunk in Deutschland Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Am 29.10.1923 begann in Deutschland der offizielle Rundfunk. Um 20:00 Uhr meldete sich aus dem Berliner Voxhaus die Stimme des Ansagers "'Achtung! Achtung! Hier Sendestelle Berlin - Vox-Haus - Welle 400.".
So tönte es vor 90 Jahren in den Äther, was nur wenige Menschen mit erleben konnten.


Das erste Abendprogramm des Senders Voxhaus

1. Hier Sendestelle Berlin, Voxhaus, Welle 400
2. Kurze Mitteilung, dass die Berliner Sendestelle Voxhaus mit dem Unterhaltungsrundfunk beginnt.
In dem heutigen Konzert wirken mit: Herr Kapellmeister Otto Urack, Herr Fritz Goldschmidt, Herr Kammersänger Alfred Wilde, Herr Konzertmeister Rudolf Deman, Frau Ursula Windt, Herr Alfred Richter vom Deutschen Opernhaus, Herr Konzertsänger Alfred Lieban - Zur Begleitung wird ein Steinwayflügel benutzt.

Musikfolge

1. Cello-Solo mit Klavierbegleitung "Andantino" von Kreisler, gespielt von Herrn Kapellmeister Otto Urack. Am Klavier: Herr Fritz Goldschmidt.
2. Gesangs-Solo mit Klavierbegleitung, Arie aus dem "Paulus", vorgetragen von Herrn Kammersänger Alfred Wilde. Am Klavier: Herr Kapellmeister Otto Urack.
3. Violinen - Solo mit Klavierbegleitung. Langsamer Satz aus dem Violin-Konzert von Tschaikowsky, gespielt von Herrn Konzertmeister Rudolf Deman. Am Klavier: Herr Kapellmeister Otto Urack.
4. Gesang - Solo mit Klavierbegleitung. Arie der Dalida aus "Samson und Dalida", gesungen von Frau Ursula Windt. Am Klavier: Herr Kapellmeister Otto Urack.
5. Voxplatte: "Hab' Mitleid", Zigeunerlied (S. Pawlowicz), gespielt von Herrn Konzertmeister Rudolf Deman (Violine), Herrn Kapellmeister Otto Urack (Cello), Herrn Max Saal (Klavier).
6. Voxplatte: "Dass nur für Dich mein Herz erbebt" aus Troubadur, gesungen von Herrn Kammersänger Alfred Piccaver.
7. Klarinetten - Solo mit Klavierbegleitung. "Larghetto" von Mozart, vorgetragen von Herrn Alfred Richter vom Deutschen Opernhaus. Am Klavier: Herr Kapellmeister Otto Urack.
8. Gesangs - Solo mit Klavierbegleitung, "Der schlesische Zecher" von Reissiger, vorgetragen von Herrn Kammersänger Adlof Lieban. Am Klavier: Herr Kapellmeister Otto Urack.
9. Cello - Solo mit Klavierbegleitung, "Träumerei" von Schumann, gespielt von Herrn Kapellmeister Otto Urack. Am Klavier: Herr Goldschmidt.
10. Gesang - Solo mit Klavierbegleitung "Über Nacht" von Hugo Wolf, vorgetragen von Herrn Kammersänger Alfred Wilde. Am Klavier: Herr Kapellmeister Otto Urack.
11. Violin - Solo mit Klavierbegleitung, "Menuett von Beethoven, vorgetragen von Herrn Konzertmeister Rudolf Deman. Am Klavier: Herr Kapellmeister Otto Urack.
12. Voxplatte: "Deutschland, Deutschland über alles" , gespielt vom Infanterie - Regiment III /9, Obermusikmeister Adolf Becker.



Zuvor hat es schon inoffizielle Rundfunksendungen gegeben. Es "streiten" sich ein wenig Eberswalde und Königs Wusterhausen über das Prädikat "erster Rundfunk-Ort" gewesen zu sein.
Sicher ist jedenfalls, dass es vom Voxhaus mit dem regulären Rundfunkbetrieb losging.

Einen Tag später erfolgte seitens des Reichspostministeriums die erste Rundfunk-Pressevorführung. Zum ersten Mal wurde einem größeren Kreis gezeigt, was Rundfunk ist und wie Rundfunkdarbietungen klingen. Mit einfacher Musik und mit schlichten Gesangsvorträgen begann schließlich am 29. Oktober 1923 der Rundfunk sein regelmäßiges Programm. Damit war der Rundfunk in Deutschland für die Allgemeinheit freigegeben. Die erste Funkausstellung eröffnete Reichspräsident Friedrich Ebert am 4. Dezember 1924 im "Haus der Funkindustrie" im Berliner Ortsteil Witzleben. 1925 entstand in unmittelbarer Nachbarschaft aus montagefertigen Eisenteilen der Funkturm.

Schon in den zwanziger Jahren erlebte der Rundfunk seine erste Blütezeit, allerdings war das damals sehr moderne Medium noch etwas für eher betuchte Menschen.
Die Rundfunkgeräte waren teuer, viele Menschen konnten sich ein Radio nicht leisten. Allerdings gelang es vielen Bastlern und Radioamateuren sich mittels Selbsbaugeräten Zugang zur weiten Welt im Äther zu verschaffen.

Die Einführung des Rundfunks in Deutschland fällt in eine Zeit, in der sich die wirtschaftlichen Folgen des Versailler Vertrages mit seiner unvorstellbaren Geldentwertung und einer täglich sich steigernden Arbeitslosigkeit bemerkbar machte. In dieser Lage vertrat Bredow die Ansicht, der Rundfunk könne mit seinen Sendungen der geistigen Verarmung der Bevölkerung entgegen wirken, könne für Erholung, Unterhaltung und Zerstreuung sorgen sowie die Arbeitsfreude steigern. Das Programm war, wegen noch fehlender Aufzeichnungsmöglichkeiten wurde direkt gesendet, von der jeweiligen örtlichen Kulturszene geprägt. Aus einer Stunde Programm am ersten Sendetag in Berlin waren Mitte 1925 schon 10 Stunden und am Ende der 1920er Jahre 14 Stunden geworden. Und mit dem steigenden Angebot wurde das Radio in allen Bevölkerungsschichten mit jedem Jahr populärer. Wie sehr das so genannte "Radio-Fieber" damals um sich griff, zeigt die rasch ansteigende Zahl der Teilnehmer. Ausgehend von mageren 467 zahlenden Teilnehmern Anfang Dezember 1923 – die Zahl der Schwarzhörer dürfte um ein Vielfaches höher gelegen sein – waren ein Jahr nach Programmbeginn im Herbst 1924 bereits eine halbe Million Rundfunkteilnehmer bei der Post gemeldet. Die Zahl stieg auf über eine Million im Januar 1926 und auf mehr als zwei Millionen Anfang 1928. Am Ende der Weimarer Republik waren 1932, trotz Weltwirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit, mehr als vier Millionen Rundfunkteilnehmer registriert.
Für die damals gültigen Empfangsprinzipien standen Begriffe wie Detektor, Einkreiser, Audion, Rückkopplung oder Neutrodyne. Der einfachste Empfangsapparat aus dieser Anfangszeit war der Detektor-Empfänger, der wegen seiner Billigkeit und Reinheit der Lautwiedergabe sehr beliebt war. Die Reichweite eines solchen Apparates war je nach der Stärke der Sendestation und der Größe der Antenne verschieden. Im Umkreis von fünf Kilometer konnte bereits mit einer Innenantenne ein guter, lautstarker Empfang erzielt, mit einer Frei- und Hochantenne gar Entfernungen von 30 bis 40 km überbrückt werden. Bei besonders günstigen Witterungsverhältnissen und gut angelegten Hochantennen waren auch Sender bis zu 100 km und mehr zu empfangen. Mit Verbesserung der Apparate erreichten gute Empfänger mit Verstärkerröhren am Tage Empfangsreichweiten von 50 bis 200 km, abends und nachts war ein Deutschland-weiter-Empfang möglich, in klaren Winternächten sogar ein Europa-weiter-Empfang, wenn auch mit geringerer Tonqualität und Lautstärkenschwankungen. Batterien hatten die Detektoren nicht nötig, betriebsbereit waren sie durch die vom Sender abgestrahlte Energie.

Die Ablösung des Detektor-Empfängers durch den Röhrenempfänger brachte nicht nur eine bessere Empfangsqualität, sie hob auch die Einsamkeit beim Radiohören auf, indem, zumindest im familiären Bereich, ein gemeinschaftliches Hören über mehrere anschließbare Kopfhörer möglich wurde. Mobil wurden die Hörer erst, als die Kopfhörer durch die Lautsprecher abgelöst wurden, zunächst mit Trichter-Lautsprecher, die dem Grammophon entlehnt waren, und später mit in den Geräten eingebauten Lautsprechern. Für den Gemeinschaftsempfang im öffentlichen Raum standen 1932 erstmals zwei Radioapparate der Firmen Siemens und Mende zur Verfügung. Beide Geräte verfügten über keinen eingebauten Lautsprecher, konnten aber mit externen Lautsprechern nachgerüstet werden. Damit hatte das Radio endgültig die Enge des Wohnzimmers verlassen. "Public Listening" im Freien war möglich geworden. Insgesamt gesehen waren die 1920er Jahre eine Zeit des Experimentierens. Vieles, was heute praktiziert wird, hat seine Anfänge in diesen Jahren.

Erst in den dreißiger Jahren mit den Propaganda-Radios "Volksempfänger" und "Deutscher Kleinempfänger (DKE, auch im Volksmund "Goebbelsschnauze" genannt) wurde Radio zu einem Massenprodukt.

Nach dem 2. Weltkrieg und der Einführung des UKW-Rundfunks, später des UKW-Stereorundfunks, erlebte Radio seine zweite Blütezeit. Eigentlich in jedem Haushalt gab es nun zumindest ein Radio.

Durch die Teilung Europas in zwei unterschiedliche Lager begann dann der "Kalte Krieg im Äther".

Quellen: Deutsches Rundfunkarchiv Potsdam-Babelsberg, Radio Wumpus Berlin


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29.10.2013 08:58 CROCi ist offline E-Mail an CROCi senden Beiträge von CROCi suchen Nehmen Sie CROCi in Ihre Freundesliste auf Beitrag Drucken
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